KLast-Daten
Die Klinische Landesauswertungsstelle (KLast) wertet klinische Krebsregisterdaten auf Landesebene aus und veröffentlicht diese. Dazu übermittelt das Klinische Krebsregister Niedersachsen quartalsweise Daten über das Auftreten, die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen und deren Vorstufen an die KLast. Die Daten umfassen Erkrankungen von Personen, die in Niedersachsen diagnostiziert oder behandelt wurden, unabhängig von ihrem Wohnort.
Klinische Landesauswertungen
Nachfolgend finden Sie Kennzahlen für besonders häufige Krebsarten im direkten Vergleich. Dadurch werden Unterschiede zwischen den einzelnen Krebsarten auf einen Blick erkennbar. Die Angaben beziehen sich jeweils auf Fälle, die im Jahr 2023 diagnostiziert worden sind. Detaillierte Informationen zu den registrierten Tumoren und deren Behandlung sind in unserem interaktiven behandlungsortbezogenen Bericht (BOB) enthalten. Die Auswahl wird schrittweise erweitert
Datengrundlage
Wie im interaktiven BoB sind hier nur Fälle berücksichtigt, für die mindestens eine klinische Meldung aus Niedersachsen vorliegt. Fälle, die ausschließlich durch eine pathologische Einrichtung gemeldet wurden oder ausschließlich in einem anderen Bundesland versorgt wurden, wurden ausgeschlossen. Betrachtet werden nur Therapien, die innerhalb von einem Jahr nach dem Tag der Diagnose durchgeführt bzw. begonnen wurden.
Tumoren nach Geschlechtern
Da einige Krebsarten ausschließlich oder bevorzugt bei Männern oder bei Frauen auftreten, werden bei den Geschlechtern unterschiedliche Arten von Neuerkrankungen dargestellt. Sie repräsentieren bei Männern xx von insgesamt xx Fällen (64 Prozent), bei Frauen xx von insgesamt xx Fällen (60 Prozent).
Brust- und Prostatakrebs dominieren
Wie Abb. 1 zeigt, machen typische Männer- bzw. Frauentumoren jeweils den größten Anteil an allen onkologisch versorgten Tumoren aus. Auf Brustkrebs entfallen fast ein Drittel der Fälle bei den Frauen, auf Prostatakrebs etwas mehr als ein Viertel der Fälle bei den Männern. Lungenkrebs folgt bei Männern und Frauen jeweils an zweiter Stelle.
Krebsneubildungen
Bei beiden Geschlechtern machen vier Neubildungsarten mehr als 50 % der versorgten Fälle aus. Darunter sind neben den genannten Krebsarten bei beiden Geschlechtern Darmkrebs (ICD-10 C18, ohne Rektum) sowie bei Frauen das maligne Melanom der Haut und bei Männern Neubildungen der Harnblase; letztere umfassen nicht nur sicher bösartige, invasive Veränderungen der Harnblase, sondern auch Frühformen, die auf die Schleimhaut begrenzt sind (in situ-Karzinome) und Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens.
Neuerkrankung in %, Männer
Neuerkrankungen in %, Männer, Farbeauswahl 2
Neuerkrankungen in %, Frauen
In Abbildung 2 sind die UICC-Stadien der eingeschlossenen Fälle bei Diagnose dargestellt. Das UICC-Stadium gibt Auskunft darüber, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, und ist eine wichtige Information für Entscheidungen über die Behandlung. In etwa der Hälfte der Fälle liegen keine ausreichenden Informationen zum UICC-Stadium vor, wobei dieser Anteil zwischen den Krebsarten stark variiert. Besonders oft fehlen die notwendigen Angaben beim Magenkrebs der Männer und beim Gebärmutterkörperkrebs.
Unterschiede in der Stadienverteilung
Bezogen auf die Fälle, zu denen die Informationen vorliegen, ist die Stadienverteilung beim malignen Melanom der Haut („schwarzer Hautkrebs“) besonders günstig. Hier machen bei Männern und Frauen Tumoren im frühen Stadium UICC I mehr als 70 % der Fälle aus. Die günstige Stadienverteilung kann darauf beruhen, dass Veränderungen der Körperoberfläche oft frühzeitig auffallen. Auch beim Gebärmutterkörperkrebs ist die Stadienverteilung relativ günstig. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Erkrankung oft schon im Frühstadium Beschwerden (z.B. ungewöhnliche Blutungen) verursacht und dadurch frühzeitig ärztlich abgeklärt wird. Anders verhält es sich bei bösartigen Tumoren der Lunge und der Bauchspeicheldrüse. Beide Krebsarten verursachen oft erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome (z.B. Schmerzen, Husten und Gewichtsverlust bei Lungenkrebs, Schmerzen und Verdauungsstörungen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs). Beide Krebsarten werden daher oft erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.
Einfluss der Früherkennung auf die Stadienverteilung
Einfluss auf die Verteilung der UICC-Stadien bei Diagnose haben auch Screeningprogramme und sonstiges, so genanntes opportunistisches Screening. Screening kann den relativ hohen Anteil früher Stadien beim Brustkrebs der Frau und beim Prostatakrebs erklären und auch zur günstigen Stadienverteilung beim maligne Melanom beitragen. Zu bedenken ist dabei, dass ein hoher Anteil von frühen Stadien für sich genommen noch nicht den Nutzen eines Screenings beweist. Im Fall breit angewandter Screeningmaßnahmen kann er zumindest teilweise auch durch so genannte Überdiagnosen verursacht sein. Das sind zusätzlich Tumorerkrankungen, die ohne Screening zu Lebzeiten der betroffenen Person nicht diagnostiziert worden wären. Entscheidend für den Nutzen eines Screenings ist, dass weniger Tumoren im fortgeschritten Stadium diagnostiziert werden. Erst das lässt in der Folge einen Rückgang der Sterblichkeit erwarten.
UICC-Stadien, Männer
UICC Stadien, Frauen
UICC Test
UICC in %, Frauen
Die folgenden Darstellungen gibt einen Überblick über das Versorgungsgeschehen bei den betrachteten Neubildungsarten. Es werden drei Hauptkategorien von Behandlungsmethoden unterschieden: Operation, systemische Therapie und Strahlentherapie. Berücksichtigt sind Therapien, die innerhalb eines Jahres nach der Diagnosestellung durchgeführt oder begonnen wurden.
Datenlage zu den Behandlungsmethoden
In etwa einem Viertel der Fälle liegen keine entsprechenden Informationen vor (Datenstand: xxx). Ein vollständiger Verzicht auf zeitnahe Therapie kommt in der Praxis vor, insbesondere beim Prostatakarzinom (in Form von abwartenden Optionen), ist jedoch in der beobachteten Häufigkeit nicht plausibel. Es ist damit zu rechnen, dass eine bedeutende Zahl von durchgeführten Therapien nicht gemeldet wurde.
Tumorstadium beeinflusst die Therapiewahl
Die am häufigsten angewandte Behandlungsmethode ist die Operation; sie ist zumeist ein notwendiger Bestandteil einer kurativen, d.h. auf Heilung angelegten Tumortherapie. Verhältnismäßig gering ist der Anteil der operierten Fälle bei Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier besteht ein Zusammenhang mit dem hohen Anteil später Stadien bei Diagnose. Je fortgeschrittener die Erkrankung ist, desto belastender und folgenreicher ist die Operation und desto geringer sind die Heilungschancen. Entsprechend häufig wird auf eine Operation verzichtet, während – im Fall von Lungenkrebs – die Häufigkeit der Strahlen- und systemischen Therapie in den fortgeschrittenen Stadien zunimmt. Der interaktiven BOB enthält weitere Einzelheiten zur Therapie bei unterschiedlichen Stadien.
Therapien in %, Männer
Abbildung 4 zeigt, mit welchem zeitlichen Abstand zur Diagnose die unterschiedlichen Behandlungsmethoden angewandt werden.
Zeit bis zur ersten Behandlung variiert je nach Krebsart
Erster Behandlungsschritt ist meistens die Operation. Über alle betrachteten Krebsarten hinweg vergehen etwa 50 Tage bis zu dem Eingriff. Bei Darmkrebs sind es weniger als 30 Tage. Bei Brustkrebs (Frauen) sowie Prostata- und Magenkrebs (Männer) sind es etwa 80 Tage. Weitere Behandlungsschritte werden in der Regel auf Grundlage der Ergebnisse der Operation geplant. Wenn eine systemische Therapie durchgeführt wird, wird sie im Durchschnitt aller betrachteten Krebsarten nach etwa 3 Monaten begonnen. Eine eventuelle Strahlentherapie bildet oft den letzten Schritt der Therapie und beginnt durchschnittlich etwa 4 Monate nach der Diagnose.
Die zeitlichen Verhältnisse der Behandlungsverläufe sind bei Männern und Frauen ähnlich. Lediglich bei Darmkrebs der Frauen vergehen im Durchschnitt etwa zwei Monate mehr bis zum Beginn einer ersten Strahlentherapie als bei Männern. Jedoch liegen den Durchschnittswerten nur wenige Fälle zugrunde, so dass hier mit einer zufälligen Abweichung zu rechnen ist. Allgemein ist zu berücksichtigen, dass der optimale Zeitpunkt einer Therapie stark von den Umständen des Einzelfalls beeinflusst ist, so dass der Vergleich eines konkreten Falls mit Durchschnittswerten nur bedingt sinnvoll ist.
Zeit bis zur Behandlung in Tagen, Männer
Folgende Abbildung stellt die Intention der ersten Therapie dar. Im Vordergrund steht die Unterscheidung zwischen kurativer und palliativer Therapie. Während die kurative Therapie auf Heilung ausgerichtet ist, zielt die palliative Behandlung darauf ab, Beschwerden zu lindern und/oder das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Sonstige Intentionen (z.B. diagnostisch oder Revision/Komplikation im Fall der Operation) haben untergeordnete Bedeutung. Sie sind in der Abbildung mit Fällen zusammengefasst, für die keine Informationen zur Intention ersten Therapie vorliegen.
Unterschiede zwischen den Krebsarten
Soweit entsprechende Angaben vorliegen überwiegt bei den meisten dargestellten Krebsarten die kurative Behandlungsintention. Die Anteile von palliativen Fällen zeigen weitgehende Übereinstimmung mit den Anteilen der prognostisch ungünstigen Fälle im UICC-Stadium IV. Entsprechend klein sind die Anteile beim Malignen Melanom der Haut und bei Harnblasenkrebs sowie bei Gebärmutterkörper- und Brustkrebs der Frau. Bei Lungen-und Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das Verhältnis von kurativer zu palliativer Intention bei Behandlungsbeginn etwa ausgeglichen. Bei Darmkrebs ist der Anteil palliativer Fälle im Verhältnis zum Anteil der UICC-IV-Fälle vergleichsweise gering. Hintergrund ist, dass einzelne Metastasen, die oft in der Leber lokalisiert sind, durch Operation und andere lokale Verfahren oft vollständig entfernt werden können.