Grußwort des Ministers

Krebs stellt eine besondere Herausforderung für die Gesellschaft dar. Jährlich erkranken in Niedersachsen etwa 54.000 Menschen an einem bösartigen Tumor und 23.000 Menschen versterben an einer Tumorerkrankung. Eine lückenlose Dokumentation von Krebserkrankungen ist notwendig, um verlässliche landesweite Analysen durchführen zu können. Auf dieser Grundlage lassen sich Versorgungsprozesse nachvollziehen und Präventionspotentiale ableiten.
Die niedersächsischen Krebsregister leisten hierzu seit vielen Jahren einen entscheidenden Beitrag.
Das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN), das Klinische Krebsregister Niedersachsen (KKN) und die Klinische Landesauswertungsstelle (KLast) schaffen mit ihrer Arbeit eine notwendige Grundlage für Forschung, Qualitätssicherung und gesundheitspolitische Entscheidungen. Sie helfen uns dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Versorgung zu bewerten und Verbesserungen gezielt anzustoßen.
Wie wertvoll diese Arbeit ist, wurde auch im Jahr 2025 deutlich. Bundesweit wurde intensiv darüber diskutiert, wie Gesundheitsdaten künftig besser für Forschung und Versorgung genutzt werden können. Krebsregister zeigen seit vielen Jahren, wie dies verantwortungsvoll und zum Nutzen der Patientinnen und Patienten gelingt. Ihre Daten sind vollständig, qualitätsgesichert und medizinisch fundiert. Sie ermöglichen Erkenntnisse, auf die sich Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit verlassen können.
Die Bedeutung dieser Arbeit wird angesichts der demografischen Entwicklung weiter zunehmen. Mit einer älter werdenden Bevölkerung wird die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Umso wichtiger ist es, Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dafür benötigen wir belastbare Erkenntnisse darüber, was in der Versorgung gut funktioniert und wo Verbesserungsbedarf besteht.
Ein besonderes Ereignis des Berichtsjahres war für mich die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen in Oldenburg. Dort wurde sichtbar, welche Erfolgsgeschichte die Krebsregistrierung in Niedersachsen geschrieben hat.
Zugleich wurde deutlich, wie sich die Aufgaben der Krebsregister weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür ist der neue interaktive Krebsatlas, der auf der Jubiläumsveranstaltung vorgestellt wurde. Er macht regionale Unterschiede im Krebsgeschehen bis auf Gemeindeebene sichtbar und unterstützt Kommunen dabei, Präventions- und Versorgungsbedarfe besser zu erkennen. Denn erfolgreiche Prävention beginnt vor Ort – dort, wo Menschen leben, arbeiten und ihren Alltag gestalten.
Ein weiterer wichtiger Impuls ging im Jahr 2025 von der Etablierung des DokuLab Niedersachsen aus. Das neue Format fördert den fachlichen Austausch und die Vernetzung von Tumordokumentierenden und unterstreicht damit die zentrale Bedeutung einer hochwertigen onkologischen Dokumentation. Denn die Qualität der Krebsregister beginnt mit der Qualität der erfassten Daten. Durch die gemeinsame Initiative von EKN, KKN und dem Verbundprojekt ONCOnnect werden Wissenstransfer, einheitliche Dokumentationsstandards und der Austausch bewährter Verfahren gezielt gestärkt. Dies kommt letztlich sowohl der Krebsforschung als auch der Versorgung von Patientinnen und Patienten zugute.
Auch über Niedersachsen hinaus machen EKN, KKN und KLast ihre Erkenntnisse für Fachwelt, Politik und Öffentlichkeit nutzbar. Mit Berichten, Auswertungen, wissenschaftlichen Publikationen und innovativen Angeboten wie dem interaktiven Krebsatlas schaffen sie Transparenz und liefern wichtige Grundlagen für eine datenbasierte Gesundheitsplanung in Niedersachsen.
Mein herzlicher Dank gilt allen Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern, Dokumentierenden und weiteren Meldenden, die mit ihrer sorgfältigen Arbeit die hohe Qualität der Krebsregister ermöglichen. Ebenso danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von EKN, KKN und KLast für ihr großes Engagement sowie den Patientinnen und Patienten, deren Daten wichtige Erkenntnisse für die Krebsforschung und die Versorgung von morgen ermöglichen.
Die niedersächsischen Krebsregister zeigen, was möglich ist, wenn medizinische Expertise, wissenschaftliche Auswertung und das Engagement vieler Beteiligter zusammenwirken. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen. Jede Meldung, jede Auswertung und jeder fachliche Austausch trägt dazu bei, die Krebsversorgung in Niedersachsen weiter zu verbessern – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten von heute und morgen.
Ihr
Dr. Andreas Philippi
Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
Bildquelle: MSSpata